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Wenn Körper und Geist nicht mehr mitspielen...

Anfang dieses Jahres bekam ich die Rechnung der jahrelangen Überforderung meines Körpers und Geistes sozusagen eiskalt serviert. An die Spitze habe ich es erst in den letzten Jahren getrieben, in denen ich vollzeit gearbeitet und nebenbei studiert habe. Mein Tagesablauf setzte sich zusammen aus Aufstehen, zur Arbeit gehen, um 17:30 Uhr nach Hause kommen, schnell etwas zu essen und dann bis ca. 23 Uhr zu lernen und dann schlafen zu gehen. Am Wochenende hatte ich Samstags immer Vorlesungen und Sonntags "frei" - also einen ganzen Tag Zeit zu lernen.


Bewusst habe ich nie gemerkt, dass mir das alles zu viel wurde. Natürlich war ich hier und da schlapp, aber kann man das jemandem verübeln, der so viel um die Ohren hat? Als mir dann von mir selbst die Schranken vorgelegt wurden, war das für mich nur sehr schwer zu akzeptieren. Viele Fragen nach dem "Wieso" beschäftigten mich so stark, dass ich mich zu Anfang gar nicht auf meine Heilung konzentrierte. Wieso sollte ich das nicht schaffen, wenn es andere doch auch können? Ich kann doch nicht diejenige sein, die aufgibt, die nicht stark genug ist zu tun was man nun mal von ihr erwartet. Wieso lässt mich mein Körper nun so im Stich? Wieso passiert mir so etwas?


Es war ein Samstag, ich habe für die in der nächsten Woche anstehende Prüfung gelernt und merkte je später es wurde, desto niedergeschlagener wurde ich. Ich habe das einfach auf meine Unruhe wegen der Prüfung geschoben. Am selben Tag beim Abendessen fragte mich dann mein Freund, wie es mir mit dem Lernen erginge. In diesem Moment war es vorbei. Ich fing an zu weinen und konnte nicht mehr aufhören. Ich war völlig fertig. Auch am nächsten Tag ging es so weiter, sobald ich meine Lernsachen zur Hand nehmen wollte, hat mein Körper gestreikt. Ich bekam Herzrasen, fing an zu Schwitzen, ich zitterte und mein ganzer Körper kribbelte. Was sollte ich nun tun? In ein paar Tagen war meine Prüfung und ich konnte mich nicht mehr darauf vorbereiten. Aber nicht nur das, der Gedanke daran, dass nach dieser Prüfung die nächste kommt und dann wieder die nächste, dass das noch eine Zeit lang so weiter geht, bescherte mir die nächste Panikattacke.


Der Entschluss war dann schnell gefasst. Studium pausieren und intensiv an mir selbst arbeiten. Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass ich meinem Körper dafür danken kann, dass er schon jetzt aufgeschrien hat, und nicht erst an einem Zeitpunkt, an dem es gar kein Zurück mehr gibt. Ich habe gelernt auf mich zu hören. Ich habe gelernt Nein zu sagen, wenn mir etwas zu viel ist. Ich habe gelernt, mir selbst Zeit zu schenken. Ich bin aber noch nicht fertig mit Lernen.


Wir denken wir können uns immer weiter fordern, immer mehr von uns verlangen. Bei manchen funktioniert das auch bestimmt, vielleicht gehört du auch zu diesen Personen, vielleicht aber auch nicht. Ganz egal wie auch immer du dein Leben gestaltest, gestalte es so, dass es für DICH lebenswert ist und DICH glücklich macht!

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Fokus.

by Stefanie Anetter

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